26.04.2012
10:02 Uhr

Social Media – Marktplatz, Spielwiese oder Minenfeld?

von Peter Soltau | Blog, Agentur, Aktivierende Kommunikation
Social Media – Marktplatz, Spielwiese oder Minenfeld?

Gemeinsam mit der ebenfalls im Borsig-Haus ansässigen Rechtsanwaltskanzlei HÄRTING lud WE DO am 24. April 2012 zu einem Abend über die Herausforderungen von Social Media speziell für Institutionen, Verbände und Organisationen ein.

Vor über 50 Gästen gab Eva-Maria Kirschsieper, Manager Privacy & Policy bei Facebook Deutschland, eine kurze Einführung zu den Möglichkeiten, die Facebook Verbänden und anderen Organisationen bietet. Anhand einiger durchaus überraschender Beispiele wie dem Facebook-Auftritt der Polizei Hannover machte sie deutlich, wie man Facebook nutzen kann, um gesellschaftliche Anliegen zu verbreiten und mit Unterstützern ins Gespräch zu kommen.

Anschließend erläuterten gregor c. blach und Peter Soltau von WE DO ihre Strategie in Sachen Web 2.0. Demnach ist integrierte Kommunikation auch weiterhin aktuell. Social Media dürfen durchaus als weiterer Kanal adressiert werden, sollten aber auch immer darüber hinaus in ihrer Wirkung betrachtet und ernstgenommen werden. Unbestritten trägt die Entwicklung des Web 2.0 zu Veränderungen im Kommunikationsverhalten bei und ist sogar dabei, nachhaltige Spuren in unserer Gesellschaft zu hinterlassen. Dies fordert von Unternehmen insgesamt ein Umdenken, z.B. was das Thema Kommunikationshoheit angeht. Dennoch ist ein gut durchdachter, mit einer kreativen und auf die Zielgruppe abgestimmten Strategie unterlegter Social-Media-Auftritt möglich, auch ohne einen Change-Prozess komplett durchlaufen zu haben. Dass aber auch Institutionen, Verbände und Organisationen sich in ihrem Kommunikationsverhalten in Zukunft ändern werden und müssen, bleibt dabei unbestritten. Das Web 2.0 eignet sich dabei besonders gut, um aktivierende Kommunikation zur Entfaltung kommen zu lassen. So lassen sich Menschen als Fürsprecher und Unterstützer gewinnen, die die relevanten Inhalte bspw. einer Organisation von sich aus weitertragen und verbreiten.

In einem weiteren Input vermittelten Peter Soltau und Christian Willert von HÄRTING Rechtsanwälte grundlegende Informationen zu Social Media Guidelines. Diese sollten auf der einen Seite rechtssicher sein und dem Arbeitgeber auch als Möglichkeit dienen, Mitarbeiter zu bestimmten Verhaltensweisen im beruflich genutzten Social Web zu verpflichten. Auf der anderen Seite sollte man sie aber nicht als Zäune, sondern vielmehr als Leitplanken verstehen, die den Mitarbeiter als Botschafter verstehen. 

Abschliessend wusste Niko Härting mit einem kurzweiligen Vortrag über gängige juristische Stolperfallen im Social Web zu überzeugen. Sein Fazit: Wer nicht Teil des Web 2.0 ist, weil er Angst hat, juristische Fehler zu begehen, beraubt sich selbst einer sehr großen Chance. Im Netz kursieren viele Halbwahrheiten, die in den meisten Fällen kein ernsthaftes Risiko darstellen. Auch die immer wieder beschworene "Abmahnwelle" ordnete Härting ins Reich der Fabeln ein, das zeige das verschwindend geringe Aufkommen solcher Fälle u.a. in seiner eigenen Kanzlei.

Wir danken den Besuchern für einen gelungenen Abend, zu dem viele Gespräche nach den Vorträgen bei einem kleinen Imbiss beigetragen haben und freuen uns auf zukünftige Veranstaltungen dieser Art.


Kommentare zu diesem Blogeintrag: