09.05.2014
17:35 Uhr

Die re:publica 2014

von Peter Soltau, Sara Copray | Blog, Trendmonitor
Die re:publica 2014

Die re:publica, das „Klassentreffen der Netzgemeinde“, ist inzwischen sehr viel mehr als eine Nabelschau der digitalen Bohème. Spätestens seit dem NSA-Skandal sind die Netzthemen gesellschaftsrelevanter denn je. Und das spiegelt sich auch auf der Veranstaltung wider.

Nachfolgend eine (subjektive) Aufzählung von Themen, die bei unserem Besuch hängengeblieben sind:

 

David Hasselhoff hat nichts mit dem Mauerfall zu tun

Am ersten Tag der 3-tägigen Konferenz hing David Hasselhoffs Anwesenheit wie ein schweres Tuch über der Veranstaltung. Als eigens ernannter Aktivist der digitalen Freiheit trat er zusammen mit Mikko Hypponen von F-Secure am Dienstagnachmittag auf die größte Bühne, um in einem einstudiert wirkenden Dialog über die digitale Freiheit zu referieren – und zu singen.

 

Große (und unechte) neue Produkte von Google Nest

In einer durchdachten und sehr real wirkenden Keynote präsentierten zwei vermeintliche Google-Mitarbeiter neue und noch nie dagewesene Innovationen, wie zum Beispiel die Google Bee: eine Drohne, die das Babysitten übernimmt und den Müll rausbringt. Die Aktion führte zuerst zu viel Aufruhr bei Bürgerrechtlern, bis heraus kam, dass es sich dabei um eine Aktion der Aktionskünstler „Peng! Collective“ handelte.

Google gab sich zunächst gelassen, möchte aber, dass die nicht klar als Satire gekennzeichnete Webseite im Google-Stil so nicht online bleibt. 

 

Big Data – Folgen und Gefahren von Überwachungstechniken

In mehreren Sessions wurde das derzeit sehr relevante und wichtige Thema ‚Big Data‘ behandelt. Yvonne Hofstetter, die Gründerin der Firma Teramark Technologies, entwickelt Algorithmen, die zur „intelligenten Datenauswertung“ dienen.  In ihrer Keynote erklärte sie verständlich, wie eben diese Algorithmen arbeiten und ihren Einfluss auf die Gesellschaft haben.

 

Standpauke an die digitale Gesellschaft

In einem Vortrag, der zwar zynisch begann, aber nicht endete, teilte Sascha Lobo aus: Er kritisierte die „Netzgemeinde“ dafür, dass ihr das Internet zu wenig wert sei und sie sich zu wenig für ihre Belange einsetze. Zudem brauche es neue Begriffe rund um die „Spähaffäre“, die, so Lobo, nichts sei, was einfach so passiere und wieder repariert werden könne.  Es ging um einen „veritablen Angriff auf die Gesellschaft“, so Lobo, gegen den sich die Netzgemeinde zur Wehr setzen müsse.  Er schlug Begriffe vor wie „Spähangriff“, „Spitzelattacke“ und „Totalüberwachung“, die den Tatsachen deutlich näher kämen als der wattierte Begriff der Spähaffäre. 

Lobo rief alle Zuhörer dazu auf, aktiv zu werden. Aktiv für das Internet, für netzpolitische Belange und gegen digitale Überwachung.

Unser WE DO Fazit: Die „Netzgemeinde“ kann sich nicht mehr in „ihr Internet“ zurückziehen und in dieser Blase eigene, gesellschaftliche Entwicklungen feiern und vorantreiben. Die Blase ist mit dem „Spähangriff“ (Lobo) geplatzt. Netzaktivisten kommen nicht mehr umhin, die Kulturrevolution „Internet“ auf gesellschaftlich breite Zustimmung und vor allem allgemeines Verständnis zu gründen. Das wird die Herausforderung für jeden einzelnen „Netzbewohner“, aber auch für Firmen, die vor der Herausforderung stehen, die Möglichkeiten des Internets sowohl technisch, als auch kulturell zu verstehen. Dabei könen wir als Agentur für Sie Berater und Sparringspartner sein.

 

Foto Copyright: republica/Gregor Fischer, 07.05.2014 CC-BY-SA 2.0


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